Trajekt

Trajekt ist der alte Begriff, in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, für einen Eisenbahnfährbetrieb. Es gibt auch noch andere Ausdrücke wie Trajektbahnhof, Trajektanstalten, Seiltrajekt, Wasserstation oder Fähranstalt. Sie dienen zur Überführung von Eisenbahnfahrzeugen über Flüsse, Landseen und Meerengen, wenn Brücken und Unterwassertunnel nicht infrage kommen. Die Entwicklung der Eisenbahnfähren ging von England aus. Hier wurde bereits 1851 die erste Fähre über den 88 km breiten Firth of Forth eröffnet. Bald darauf wurden solche Trajektanstalten in Holland, an der Elbe und am Rhein hergestellt. Es folgten weitere Trajekte auf den Bodensee, der Donau, über die Ostsee in Dänemark und auf Schweizer Seen. In Nordamerika gab es die Superlativen, wo Hunderte von Trajekten auf den großen Binnenseen und auf den Meeresbuchten bei San Francisco, New York und Philadelphia in Betrieb waren. Die größte bei San Francisco betriebene Eisenbahnfähre Solano konnte gleichzeitig 48 Eisenbahnwagen samt Lokomotive aufnehmen. Die längste Fahrverbindung war die Fährlinie auf dem Michigansee mit 380 km Länge. Eine Eisenbahnfähre besteht aus Landungsbrücken, Fährkammern, Fährhäfen (Trajektanstalt) zur Verladung der Eisenbahnwagen auf und von den Fährschiffen. Es gab immer zwei Trajektanstalten für die Ufer zu Ufer Beförderung. Die Fähren und Ladeeinrichtungen waren, bedingt durch die Spurweite, das Transportgut und die Wasserstände, sehr unterschiedlich. Um die technischen Schwierigkeiten beim Verladen auf ein Trajekt zu verstehen, soll folgende Situation helfen. Stellen Sie sich vor, ein Lkw mit 20 Tonnen Ladung fährt auf eine Autofähre. Folgendes kann passieren: Sobald der vordere Teil auf die Rampe der Fähre fährt, richtet sich diese auf der Wasserseite noch oben. Die Rampe sitzt fest auf dem Ufer. Nicht geht mehr! Das Gleiche wäre auch einer Dampflokomotive passiert. Deshalb gab es die Zwischenwagen. Dazu kommt noch etwas Wesentliches hinzu: Die Fähre muss exakt und fest mit den Schienen am Ufer verbunden sein.
Trajekte am Rhein sortiert nach Eröffnungsjahr: 1 . Ruhrort nach Homberg (1852-1926) 2 . Mainz nach Mainz-Gustavsburg (1858-1863) 3 . Bingerbrück nach Rüdesheim (1861-1900) 4 . Mainz nach Mainz-Kastel (1861-1863) 5 . Königsbach nach Oberlahnstein (1862-1864) 6 . Ludwigshafen nach Mannheim (1863-1867) 7 . Spych nach Welle (1865-1926) 8 . Speyer nach Heidelberg(1865-1938) 9 . Rheinhausen nach Hochfeld (1866-1874) 1 0 . Worms nach Rosengarten (1870-1900) 1 1 . Bonn nach Oberkassel (1870-1914)
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Impressionen entlang des Schienenstrangs
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